OPIATE

Der Schlafmohn enthält das Opiat, aus denen sich Opium, Morphium, Heroin und Kodein gewinnen lassen.
Bereits vor über 6.000 Jahren wurde der Mohn als Rauschmittel bei den Sumerern erwähnt. Von dort setzte sich das Rauschgift nach Ägypten fort. Über Griechenland kam die Droge nach Rom und von dort aus ins übrige Europa. Opium wurde schon in der Antike sowohl als Heilmedizin wie auch als Rauschmittel benutzt. Seine größte Bedeutung erreichte das Opium jedoch in China. Im 19. Jahrhundert war das Opiumessen auch in Europa, insbesondere in England und Frankreich, weit verbreitet. Der Schriftsteller Honore de Balzac gehört mit zu den bekanntesten Opiumkonsumenten.


Mohn

Die Geschichte der Opiate ist ein Beispiel, wie die Pharmazie versuchte, mit einem Rauschgift die Wirkung eines anderen zu behandeln:
1832 wurde das Kodein aus dem Opium isoliert und als Hustenmittel eingesetzt. Der Husten wurde zwar gelindert, aber die Patienten wurden vielfach süchtig.
Bereits 1806 war das Morphin aus dem Opium entwickelt worden. Es wurde als starkes Schmerzmittel eingesetzt, insbesonders bei den Verletzten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71.
Zahlreiche Soldaten verließen die Feldlazarette als Morphiumsüchtige. In den Elberfelder Farbwerken wurde 1898 das Heroin aus Opium und anderen Zusätzen gewonnen. Es sollte die Morphiumsüchtigen heilen. Mit dem Heroin wurde aber eines der schlimmsten Suchtmittel entwickelt, das bekannt ist.
Alle Opiate wirken halluzinogen und narkotisierend. Bei den psychischen Wirkungen wird von keiner anderen Droge die euphorisierende Wirkung des Opiums erreicht. Inzwischen hat eine regelrechte Heroinwelle die Industriestaaten überrollt. Das bekannteste Zeugnis über die Wirkungen des Heroins dürfte der autobiographische Roman "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" sein, in dem die 16jährige Christiane erzählt, wie sie als Zwölfjährige Valium nahm und mit dreizehn an das Heroin geriet:
Morgens ging sie zur Schule und nachmittags auf den Strich, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren (anm. des webmaster: was für ein Klischee).
Sowohl durch Überdosierungen, als auch durch Beimischungen von anderen Stoffen wie Strychnin endet für viele Drogensüchtige die Begegnung mit dem Heroin tödlich. Gerade beim Heroinabhängigen ist nach kurzer Zeit das Streben nach der Droge der einzige Lebensinhalt. Therapien von Heroinabhängigen sind nur zu fünf bis fünfzehn Prozent erfolgreich. Der Rest der Behandelten wird wieder rückfällig und hängt nach kurzer Zeit wieder an der Nadel.
Das Heroin wird heute vielfach in illegalen Labors in Südfrankreich gewonnen. Selbst spektakuläre Polizeierfolge gegen die verschiedenen Connections sind immer nur von kurzer Dauer, da die Lücken von konkurrierenden Verbrecherbanden sofort geschlossen werden.