LSD

Als Gift ist das LSD schon seit Jahrhunderten bekannt. Seine Karriere als Rauschdroge begann aber erst, als es vor rund 50 Jahren synthetisch gewonnen werden konnte.
LSD ist die Abkürzung für Lysergsäure-Diäthylamid. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Mutterkorn-Pilzes, der in der Vergangenheit ganze Kornfelder befallen konnte. Gelangte der Pilz über das Getreide in die Nahrungskette, kam es zu epidemienhaften Vergiftungen, die auch tödlich verlaufen konnten. Synthetisch wurde LSD von der Firma Sandoz entwickelt, um es als Mittel gegen Migräne einzusetzen. Zu diesem Zweck erwies es sich aber als ungeeignet. Da LSD bereits in kleinsten Dosen psychische Vorgänge einschneidend verändert, wurde es von 1950 bis 1960 in der psychiatrischen Forschung experimentell eingesetzt. Bereits 100 Mikrogramm sind wirksam. Als ab 1961 der Stoff hauptsächlich in der Hippie-Szene als Droge ("Trip") mißbraucht wurde, stellte die Firma Sandoz die Produktion 1966 ein. Fast alle Staaten definierten zur gleichen Zeit LSD als gefährliches Rauschgift und stellten seine Herstellung, seinen Vertrieb, Besitz und Konsum unter Strafe.


Mutterkorn-Pilz

Der amerikanische Geheimdienst CIA und die US Army testeten in der Vergangenheit - ohne Wissen der Beteiligten - die Droge, um zu sehen, welche Möglichkeiten sich daraus für die Kriegsführung ergaben. In einem Fall brachte sich einer der Probanden unter dem Einfluß von LSD um. Erst Jahre später wurde der Skandal öffentlich. Die amerikanische Regierung entschuldigte sich offiziell bei den Hinterbliebenen.
In der Psychiatrie versuchte man noch bis Mitte der siebziger Jahre Psychosen zu heilen, indem man den Kranken LSD verabreichte. Die Ergebnisse wurden unterschiedlich bewertet. Heute wird auch in der Psychiatrie das LSD nicht mehr angewandt. Auffallend ist, daß Therapeuten, die ihre Patienten mit LSD behandelten, häufiger Nervenzusammenbrüche erlitten als ihre Kollegen.