KOKAIN
Das Kokain ist neben den Opiaten Heroin und Morphium das gefährlichste Rauschgift, weil es sehr schnell süchtig macht. Kokain ist ein Extrakt aus den Blättern des Coca-Strauches, der in Südamerika beheimatet ist.
Historische Funde belegen, daß die Blätter des Coca-Strauches seit mindestens 3.500 Jahren von den Indios als Rauschmittel konsumiert werden.
1860 wurde das Kokain erstmals chemisch isoliert und medizinisch eine Zeitlang als Betäubungsmittel verwandt. Koks oder Schnee, wie diese Droge auch heißt, wird entweder geschnupft oder in einer wäßrigen Lösung aufgelöst gespritzt. Kokain wurde unter anderem bei den Jagdfliegern im Zweiten Weltkrieg als Dopingmittel benutzt. Die Droge wirkt hauptsächlich auf die Nerven, die reizunempfindlich werden. Während geringe Dosen anregend wirken, zeigen sich bei höheren Dosierungen hauptsächlich Lähmungserscheinungen.
Psychisch bewirkt das Kokain eine Enthemmung mit stark herabgesetzter Selbstkritikfähigkeit. Schon kurze Zeit nach dem Höhepunkt des Rausches folgt ein starker Kater. Das Suchtpotential ist deshalb so groß, weil der Betroffene in dieser depressiven Grundstimmung meist schnell in den nächsten Rausch flüchtet. Auch Selbstmorde kommen in dieser Phase nicht selten vor. Langfristiger Gebrauch kann bis zum Wahnsinn führen.
Schon geringe Überdosierungen können bei der intravenösen Verabreichung des Stoffes zum Tode führen.
Kokain galt schon in den "Roaring Twentie", in den angeblich so goldenen zwanziger Jahren, als "chic" und wurde in Künstler- und Halbweltkreisen als amüsante Party-Zutat benutzt. In den letzten beiden Jahrzehnten hat es sich diesen Ruf in sogenannten "besseren Kreisen" zurückerobert.