HEXENSALBEN
In den Praktiken der "Hexen" hat sich in Zentraleuropa die religiöse Funktion der Rauschdrogen am längsten gehalten. In den Hexenkulten überlebte das archaische Urwissen über diese Substanzen.
Die ersten Zeugnisse von Hexenritualen stammen aus steinzeitlichen Höhlenzeichnungen. Aus dem Mittelalter sind noch Rezepte der sogenannten Hexen- oder Flugsalben überliefert, die hauptsächlich zu Ritualen und bei Festen benutzt wurden.
Pharmakologen der Neuzeit haben die wenigen überlieferten Rezepte dieser Salbenmixturen nachgestaltet und sie wissenschaftlich untersucht. Durch die Mischung einer Vielzahl von Alkaloiden, Halluzinogenen und Narkotika aus heimischen Pflanzen entstanden hochwirksame Rauschmittel, die größtenteils einfach auf die Haut gerieben und über sie aufgenommen wurden. Das hatte den Vorteil, daß es praktisch zu keinen tödlichen Vergiftungen kam.
Zeitgenössische Berichte schildern plastisch, welche Erlebnisse bei den Hexen durch diese Drogenmischungen heraufbeschworen wurden. So sollen die Ritte auf dem Besen subjektiv tatsächlich erlebte Visionen gewesen sein.