Tabak
Der Tabak gehört zu den Nachtschattengewächsen und gedeiht am Besten in den subtropischen Bereichen Ostasiens und Westamerikas. Als Christoph Kolumbus vor 500 Jahren in Kuba landete, war Tabak den einheimischen Indianern dort lange bekannt.
Bei den Indianern wurde der Tabak geraucht. Heute wird er geraucht, geschnupft und gekaut. Junge Indios, die in Peru Medizinmänner werden wollten, mußten einen Sud aus Tabaksaft trinken. Sie erlitten dabei starke Halluzinationen und oftmals auch den Tod. Denn der Wirkstoff des Tabaks ist das Alkaloid Nikotin, das stärkste bekannte, natürliche Nervengift. Es kann in entsprechender Dosierung starke Halluzinationen und lang andauernde Trance-Zustände bewirken.
Was heute beim Rauch einer Zigarette empfunden wird, ist nichts anderes als eine Reihe von gezähmten Mini-Räuschen. Wer nach längerer Zeit der Abstinenz wieder zu einer Zigarette greift, verspürt oftmals einen leichten Schwindel. Das Nikotin wirkt in den niedrigen Dosen einer Zigarette bei Erregung beruhigend und bei Erschöpfung anregend. Die große Gefahr, die von der Nikotin-Gewöhnung ausgeht, liegt weniger bei diesem Alkaloid als vielmehr bei den über 4.000 verschiedenen Substanzen im Tabakrauch, die bis heute nicht alle identifiziert sind. Eine der häufigsten Folgen langandauernden Nikotin-Mißbrauchs ist der Lungenkrebs.