CANNABIS

Neben dem Alkohol ist das Cannabis die Rauschdroge, die auf der Welt die weiteste Verbreitung gefunden hat. Bei dem geheimnisvollen Kraut handelt es sich um nichts anderes als den gemeinen Hanf, den man noch zu Urgroßvaters Zeiten ohne jeden Hintergedanken und nur zum Gewinnen von Fasern auf den Feldern anbaute.
Hanf ist eine relativ pflegeleichte Pflanze. Bei landwirtschaftlichem Anbau erschöpft er den Boden allerdings ziemlich einseitig, weshalb nach zwei Jahren ein Fruchtwechsel üblich ist. Die einjährige, zweigeschlechtliche Pflanze wird etwa drei Meter hoch, blüht von Juli bis August und hat frisch einen unangenehmen, betäubenden Duft. Die Fasern in ihren Stengeln werden wie Flachs gebrochen, gehechelt und zu groben Geweben wie Segeltuch verarbeitet oder zu Tauen und Bindfäden gedreht (Anm. des webmaster: Das ist mittlerweile erweitert worden. Es gibt (fast) nichts, was nicht aus Hanf herzustellen ist!).
Früher kam es nicht selten vor, daß auch in Deutschland der Bauer, dem Tabak zu teuer war, einige Blätter der Hanfpflanze in seine Pfeife stopfte. Er nannte diesen Ersatz "Knaster" oder "Kraut" und genoß ahnungslos den leichten Rausch, den er so gar nicht mit etwas Verbotenem in Verbindung bringen konnte.
Als Rauschmittel heißt Cannabis oder Hanf in Amerika Marihuana, Dope oder Grass, in Asien und Afrika Haschisch oder Khif und in den islamischen Ländern Bhang oder Majoun. Alle diese Stoffe stammen von der weiblichen, blühenden Hanfpflanze. Während das Marihuana aus getrockneten Blättern und Blüten besteht, wird das unveränderte Harz aus den Blütenspitzen Haschisch genannt.
Hanf stammt aus Persien und Ostindien, wurde aber schon in ältester Zeit in Europa verbreitet. Erste schriftliche Zeugnisse sind etwa 3.000 Jahre alt. Die Assyrer und später die brahmanischen Priester in Indien benutzten seinen Rauch bei religiösen Riten. Sowohl bei Ausgrabungen von griechischen Tempeln wie auch in germanischen Gräbern aus der Zeit von 500 v. Chr. wurden Reste der Droge gefunden. In einem chinesischen Heilmittelbuch wird der Stoff als Mittel gegen Verstopfung, Rheuma und Malaria empfohlen. Und die heilkundige Nonne Hildegard von Bingen empfahl im 12. Jahrhundert n. Chr. Cannabis zur Heilung von Geschwüren.


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Cannabis war in vielen Kulturen als Rauschmittel bekannt. Sein Gebrauch wurde oft toleriert, war aber auch umstritten. In den islamischen Ländern etwa wurde es von religiösen Orden zur Bewußtseinserweiterung gebraucht und vom kleinen Mann auf der Straße ebenso geraucht wie an den Höfen der Khalifen in Bagdad und Delhi. Ebenso oft wurde es aber als schädlich verboten, weil es u. a. die Leute von der Arbeit abhielt. Doch streiten sich die islamischen Gelehrten heute noch, ob der Prophet Mohammed tatsächlich den Genuß von Cannabis ebenso verdammt hat wie das Weintrinken.


Der Alte vom Berge


Einstiegsdroge?