Drogen sind ein gefährliches Geschenk der Natur. Diese Auszüge aus Pflanzen und Früchten, die positiv und hilfreich wirken, zum Beispiel in der Medizin, können für Menschen, die sich ihnen ausliefern, tödlich sein. Diesen Menschen scheinen die Drogen das Paradies zu versprechen. Der Drogengenuss gaukelt ihnen Leichtigkeit und Freiheit, Träume von schöneren Welten oder erhöhte Leistungsfähigkeit vor.
Zwischen Wohltat und Mißbrauch: Drogen Drogen - ein Reizwort, das spontan an Subkultur, Kriminalität, aber auch an das Leiden der Süchtigen und an Rauschgifttote denken läßt. Ihre Zahl hat in den letzten Jahrzehnten in der westlichen Welt beängstigend zugenommen. Dabei sind es nicht nur die traditionellen Drogen wie Opium, Kokain, Marihuana oder Haschisch, die bei den Süchtigen verheerende Schäden anrichten.
Immer neue Suchtmittel wie die Designer-Drogen, die in primitiven Labors hergestellt werden können, kommen auf den Markt.
Besorgniserregend ist dabei, daß der Handel mit den meisten illegalen Drogen fest in der Hand krimineller Groß-Kartelle liegt, die die heiße Ware mit allen möglichen Tricks versteckt in Schiffsladungen, Lastwagen oder durch Kuriere per Flugzeug aus Südamerika und Hinterindien über alle Grenzen hinweg in die "Verbraucherländer" in Europa und nach Amerika schaffen lassen. Obwohl die Polizeibehörden dieser Länder inzwischen eng zusammenarbeiten und nicht selten Rauschgifte gleich tonnenweise aufspüren, sind die Drogen-Kartelle schwer zu brechen, weil es nur selten gelingt, die wirklichen Hintermänner zu fassen. Zumeist gehen der Polizei nur die "kleinen Fische" ins Netz - Zwischenhändler, die oft andere süchtig machen, um ihre eigene Sucht finanzieren zu können.
Diesen verbrecherischen Organisationen bedeuten die Qualen der Süchtigen oder ein Drogen-Toter überhaupt nichts. Ihr Argument: Schließlich müsse niemand Drogen kaufen oder gebrauchen, und wer es tue, sei selbst schuld an den Folgen.
Mit dem, was harte Drogen bei dem einzelnen Süchtigen bewirken, muß sich die Polizei in den einzelnen Ländern ebenfalls beschäftigen. Neben dem körperlichen Verfall und der sozialen Verelendung ist dabei besonders die Beschaffungs-Kriminalität zu nennen.
Der echte "Junkie" wird buchstäblich alles tun, um Geld genug für den nächsten "Schuß" zu beschaffen. Aus Angst vor Entzugserscheinungen wird er auch nicht vor Diebstählen, Überfällen, Einbrüchen oder Prostitution zurückschrecken.
Viel diskutiert wird deshalb in den letzten Jahren, ob es nicht wirkungsvoller wäre, den Handel mit Drogen und ihren Gebrauch aus der Grauzone der Illegalität herauszunehmen. Man verspricht sich davon, daß der riesige Gewinne abwerfende Handel der Drogen-Kartelle in sich zusammenbräche und daß die Beschaffungskriminalität nachließe, weil die Drogen dann nicht mehr so teuer wären.
Außerdem könnte beim legalen Handel sichergestellt werden, daß der Verbraucher reine Ware erhält. Noch kommt es vor, daß "weiches" Haschisch etwa Beimengungen von "harten" Drogen enthält (Anm. des webmaster: das diese Mär nicht auszurotten ist... Es ist doch eher die "Verfügbarkeit" aller "illegalen" Drogen auf einem Fleck...), um den Benutzer nach wesentlich teureren Sorten süchtig zu machen.
Außerdem ist die Ware nicht selten so gepanscht, daß sie selbst in "normalen" Mengen tödlich wirkt.
Kenner der Drogenszene stehen nach ersten Versuchen in Holland und der Schweiz der Legalisierung jedoch skeptisch gegenüber. Bisher hat sich noch kein Land dazu durchringen können. Da die Kriminalität aber in einem solchen Umfang zugenommen hat und die Verfolgung der Straftäter oft spektakuläre Erfolge, aber keine durchgreifende Änderung der Szene bringt, müssen dringend neue Wege gesucht werden.