Welche Risiken gibt es beim Konsum von Cannabis?
Die Risiken des Cannabiskonsums lassen sich nicht pauschal darstellen, sondern sind vor allem vom Konsummuster und der Konsummotivation (s. Abschnitt 7) abhängig.
Neben den quantitativen Aspekten des Konsumverhaltens, wie z.B. Beginn, Dauer und Häufigkeit sowie Dosierung des Konsums, sind in qualitativer Hinsicht vor allem die Funktion und Bedeutung des Konsums für den Einzelnen entscheidend für eine Risikoeinschätzung.
Jugendliche mit persönlichen und sozialen Defiziten sind in besonderem Maß gefährdet, Cannabis als Bewältigungsmittel für vorhandene und psychosoziale Probleme einzusetzen. Fachleute unterscheiden deshalb heute nicht mehr "harte" und "weiche Drogen", sondern eher "harte" und "weiche Konsummuster".
Als "weiche Konsummuster" werden der Probier- und Gelegenheitskonsum eingestuft. Hierunter fallen 90-95 % aller Cannabis-Konsumierenden. Ein Schweizer Expertengutachten von Kielholz, Ladewig und Uchtenhagen zur Frage der Gesundheitsschädlichkeit von Cannabis kam 1979 zu dem Schluß, "daß der sporadische Konsum kein erhebliches Gesundheitsrisiko nach sich zieht."
Dieses bestätigen auch andere Untersuchungen.
Ein hartes Konsummuster liegt vor, wenn Cannabis dauerhaft oder gewohnheitsmäßig über einen langen Zeitraum gebraucht wird.
Aus einem derartigen Konsum ergeben sich folgende Risiken:
Wie bei anderen Drogen auch, kann starker und häufiger Cannabis-Konsum zu psychischer Abhängigkeit führen. Symptome für eine psychische Abhängigkeit sind ein starker Konsum über einen längeren Zeitraum und eine Art innerer Zwang zum Konsum. Der Gebrauch wird auch fortgesetzt, wenn psychische oder körperliche Probleme erkennbar sind.
Es gibt einige Studien, die belegen, daß starker und anhaltender Cannabisgebrauch den Ausbruch bereits vorhandener Veranlagungen zu psychotischen oder psychiatrischen Erkrankungen begünstigen kann. Die Verursachung solcher Krankheiten durch den Cannabiskonsum ist nicht belegt.
Eine weitere mögliche Nebenwirkung bei starkem und dauerhaftem Cannabisgebrauch, die auch von Konsumierenden selbst beschrieben wird, ist das Auftreten von Antriebs- und Lustlosigkeit sowie eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber sich und seiner Umwelt.
Cannabis schränkt während der Wirkungsdauer die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit ein. Sowohl das Reaktionsvermögen als auch die Möglichkeit des abstrakten Denkens, der schnellen Informationsverarbeitung und die Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses sind herabgesetzt. Die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen ist somit stark eingeschränkt.
Der Rauch eines Joints enthält eine Vielzahl von Schadstoffen, ähnlich dem Rauch von Tabak. Die Risiken sind daher ähnlich wie beim Tabakrauchen. Möglich sind Erkrankungen der Atemwege wie Lungenkrebs oder chronische Bronchitis.
Nicht bewiesen sind hingegen folgende Vermutungen, die oft in Zusammenhang mit Cannabis genannt werden:
Die Behauptung, Cannabis sei eine Einstiegsdroge, hat sich als falsch erwiesen. Cannabiskonsum führt nicht zwangsläufig zum Gebrauch anderer illegaler Drogen. Natürlich gibt es Konsumierende, die später auf andere illegale Drogen umsteigen. Dieses kann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen jedoch nicht als eine Folge des Cannabiskonsums angesehen werden.
Einig ist man sich heute darüber, daß Cannabis keine körperliche Abhängigkeit verursacht. Beim Absetzen treten auch keine gravierenden körperlichen Entzugserscheinungen, wie z.B. bei Alkoholabhängigen auf.
Es gibt weltweit keinen Todesfall, der auf eine zu hohe Dosierung von Cannabis zurückzuführen wäre. Eine Überdosis im klassischen Sinne gibt es somit nicht. Allerdings kann Cannabis sehr wohl zu stark dosiert werden. Folgen sind dann die in Abschnitt 3 aufgeführten unerwünschten akuten Wirkungen.
Der Zusammenhang von starkem Cannabiskonsum und bleibenden Hirnschäden ist wissenschaftlich nicht belegt.
Aus der therapeutischen Praxis mit Cannabiskonsumenten wird gelegentlich über das Auftreten von "Flash-Backs" berichtet, d.h. Wirkungen nach dem Aussetzen des Konsums, bisher gibt es dafür jedoch ebenfalls keinen wissenschaftlichen Beleg.
Rechtliche Aspekte des Cannabiskonsums