AIDS, HIV-Infektion

AIDS ist ein erworbener Immundefekt, der durch das Virus HIV ausgelöst wird. Bei einem Immundefekt ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert.

Übertragung
Blut und Sperma enthalten das Virus in hoher, Scheidensekret in etwas geringerer Konzentration. HIV kann übertragen werden, wenn eine dieser Körperflüssigkeiten in die Blutbahn eines anderen Menschen gelangt.

Eine Ansteckung ist daher möglich beim Sex, und zwar

• beim Anal- und Vaginalverkehr (Bumsen)
• beim Lecken und Saugen des Penis (Blasen), wenn in den Mund abgespritzt wird.

Das Lecken der Scheide gilt als risikoarm.

HIV kann beispielsweise auch übertragen werden

• beim Gebrauch unsteriler Spritzen beim Fixen
• beim Tätowieren mit unsterilen Geräten

HIV ist ein schwer übertragbares Virus. Es ist sehr empfindlich und ausserhalb des Körpers nicht überlebensfähig.

Deshalb besteht keine Ansteckungsgefahr bei

• Händeschütteln, Umarmen
• Anhusten oder Anniesen
• Mahlzeiten aus der Gefängnisküche
• gemeinsamer Nutzung von Essgeschirr und Besteck, Handtüchern und Bettwäsche
• gemeinsamer Nutzung von Toiletten und Duschen
• gemeinsamen sportlichen Aktivitäten
• zusammenleben auf einer Zelle

HIV kann auch nicht durch Insektenstiche oder durch Küssen übertragen werden.

Verlauf der HIV-Infektion
Zunächst verläuft eine HIV-Infektion meist ohne Krankheitszeichen. Mit der Zeit beginnt das Virus jedoch, das Abwehrsystem zu schwächen. Verschiedene Krankheitserreger können sich dann ausbreiten und zu schweren Erkrankungen führen. Zum Krankheitsbild AIDS zählen verschiedene Infektionskrankheiten, z.B. eine besondere Form der Lungenentzündung, sowie Tumore und Allergien.

HIV-Infektionen verlaufen sehr unterschiedlich. Nach 10 bis 12 Jahren haben etwa 50% der Infizierten noch keine Symptome von AIDS. AIDS kann zum Tode führen.

AIDS ist noch nicht heilbar, und es gibt bisher keine Impfung, die gegen HIV schützen könnte. Es gibt aber immer bessere Behandiungsmöglichkeiten.

Der HIV-Antikörpertest
Eine Infektion mit HIV lässt sich durch den HIV-Antikörpertest nachweisen. Der Test sucht nach den Abwehrstoffen (= Antikörper), die der Organismus gegen das eingedrungene Virus gebildet hat. Nach einer Ansteckung mit HIV dauert es etwa 3 Monate, bis sich HIV-Antikörper nachweisen lassen. Werden HIV-Antikörper gefunden, lautet das Testergebnis "positiv". Das Testergebnis ist "negativ", wenn keine HIV-Antikörper festgestellt werden.

Auch im Strafvollzug gilt: Der Test darf nur mit dem Einverständnis der betreffenden Person durchgeführt werden.

Der HIV-Antikörpertest sagt nicht aus, ob oder wann jemand an AIDS erkrankt.

Vorbeugung
Vorbeugen ist heute das einzig mögliche Mittel gegen eine Ansteckung. Vorbeugen heisst:

• Beim Fixen nur das eigene Spritzbesteck oder Einwegspritzen benutzen; beim Versorgen blutender Wunden Schutzhandschuhe tragen; beim Tätowieren nur steriles Gerät verwenden.

• Beim Anal- und Vaginalverkehr ein Kondom benutzen.

• Beim Blasen nicht in den Mund abspritzen; auch hier kann ein Kondom schützen.