Delta-9-THC wird bis zu etwa acht Tagen im Gewebe gespeichert und erst innerhalb eines Monats ausgeschieden.
Es kann daher für den sogenannten Echoeffekt ursächlich sein. Echoeffekte oder Nachhallpsychosen beziehungsweise Flashbacks sind psychopathologische Störungen, die nach drogenfreien Zwischenräumen auftreten.
Sie können Sekunden, Minuten oder länger andauern, ohne daß vorher irgendeine Droge eingenommen worden ist. Je nach Menge kann die Fahrfähigkeit beeinträchtigt oder völlig aufgehoben sein.
Streitig ist jedoch die Zeitdauer, für die ein Kiffer fahruntüchtig ist. Teilweise wird ein Zeitraum von 24 Stunden vermutet. Andere sind der Meinung, daß eine merkliche Leistungsverschlechterung vor allem in der ersten Stunde nach dem Haschischgenuß bestehe.
Lediglich Arbeiten, die einer erheblichen Konzentration bedürfen, seien auch noch nach einem größeren Zeitintervall cannabisbedingt eingeschränkt. Allein aus diesen Gründen müssen THC-enthaltende Rauschmittel als "Drogen mit nicht unerheblichem Gefährdungspotential" eingestuft werden.
Das also sind zur Zeit feststehende Kenntnisse über Haschisch. Seit einiger Zeit zeichnen sich jedoch biochemische Eigenarten - um nicht zu sagen Rätsel - im Zusammenhang mit Tetrahydrocannabinol ab, die auf einen Einfluß der Cannabinoide auf den menschlichen Gesamtorganismus deuten. Erst wenn hier Klarheit herrscht, kann gesagt werden, ob Haschisch nicht sogar noch erheblich mehr Schaden im menschlichen Körper verursacht oder ob es bei den jetzt bekannten schädigenden Eigenschaften bleibt.
Der Wirkstoff des Haschisch, das Delta-9-THC, hat die Fähigkeit, an bestimmten Steilen auf den Nervenzellen, den Rezeptoren, anzusetzen und dort zu reagieren. Solche Zellen mit Rezeptoren befinden sich im Gehirn, aber beispielsweise auch unspezifisch in der Milz und in den männlichen Hoden. Diese Bindungsstellen auf den Nerven sind für Stoffe bestimmt, die der menschliche Körper selber produziert.
Es sind die Arachidonyläthanolamide, kurz Anandamide genannt. Die Rezeptoren für Cannabis beziehungsweise für die Anandamide sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Bindungsstellen auf den Nervenzellen sind natürlich für die Anandamide bestimmt. Nur zufällig reagiert das Cannaßis eben auch an diesen Rezeptoren. Das bedeutet, daß Cannabis, genau THC, und die Anandamide in ihrer Wirkung ähnlich sind.
Damit gibt es praktisch mit den Anandamiden ein "körpereigenes Haschisch". Cannabis, wenn es mit dem Rauch eines Joints in den Körper kommt, könnte die Aufgaben der Anandamide übernehmen.
Anandamide sind ein Analogon zu den Palmityläthanolamiden. Damit wird auf die chemische Zugehörigkeit zu den biogenen Fettsäuren hingewiesen. Anandamid ist also ein Äthanolamidderivat der Arachidonsäure, einer ungesättigten Fettsäure. Die Anandamide haben ähnliche Eigenschaften wie das DeIta-9-Tetrahydrocannabinol, der psychotrope Wirkstoff des Haschisch.
Die Wirkung des THC ist jedoch bedeutend stärker. So entspricht etwa eine Dosis von 3 mg Tetrahydrocannabinol in der Wirkung einer Menge von 50 mg Anandamid.
Gebildet werden die Anandamid im Hirn. Nach derzeitigem Wissensstand handelt es sich bei ihnen um einen endogenen, neuronalen Botenstoff, also eine Überträgersubstanz im Zentralnervensystem. Im Tierexperiment hat sich gezeigt, daß Anandamid und Delta-9-THC Schmerzunempfindlichkeit, Hypothermie, also Körperuntertemperatur, verminderte Beweglichkeit und kataleptische Starre auslösen. Die Wirkungen der Anandamide trete schnell ein, vor allem nach intravenösi Injektion. Sie sind von kurzer Dauer.
Es darf nicht vergessen werden, da Anandamide und Delta-9-THC zwar agonistische Eigenschaften haben, aber auch zeigen, daß sie partielle Antagonisten sind. Das bedeutet, kleine Mengen Arachidonyläthanolamid sind in der Lage, unter gewissen Bedingung dem Tetrahydrocannabinol entgegenzuwirken und es selbst zu hemmen.
Damit kann wahrscheinlich das körpereigcne Anandamid dem äußerlich zugeführten Delta-9-THC, mögliche weise in gewissen Grenzen, seine Kraft nehmen. Wie weit diese Hemmfunktionen im Einzelnen gehen, ist noch nicht geklärt.
Inzwischen haben neueste Forschungen ergeben, daß Tetrahydrocannabinol ähnlich wie die Opiate in die Funktionen des Gehirns eingreift.
Cannabisprodukte bekommen damit wahrscheinlich eine ähnliche Stellung bezüglich der Schädlichkeit wie eben Opiate oder auch Kokain, Amphetamine und andere Rauschsubstanzen.
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