3. Kapitel

Das amotivationale Syndrom zeichnet sich durch Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit und Passivität aus. Durchhaltevermögen und Antrieb der Haschischkonsumenten sind vermindert, die Frustrationstoleranz ist reduziert.
Die Stimmung erhält merklich euphorische Züge. Es verringert sich aber auch die Fähigkeit, bestimmte Situationen schnell zu erfassen und situationsgerecht zu handeln, was sich gerade im Straßenverkehr als Gefahr für andere erweisen kann.

Erst kürzlich hat eine amerikanische Universität einen Versuch mit etwa 2000 Studenten urchgeführt. Sie konsumierten Haschisch in verschiedenen Formen, und nach einem und nach mehreren Tagen wurden ihre intellektuellen Fähigkeiten getestet. Alle hatten erhebliche Einbußen im kognitiven Bereich, sie wiesen Störungen in den logischen Denkabläufen auf.

Auf dem Foto links sind Frauen aus dem Bekaà Tal im Libanon damit beschäftigt, im ersten Arbeitsgang die Harzbestände aus der Haschisch-Ernte (Anm. des Webmaster: Marihuana Blattspitzen & Blüten.) herauszuklopfen.

In unserer heutigen Gesellschaft zeigt sich, daß es schwer fällt, mit geistigen Gebrechen und psychischen Absonderlichkeiten umzugehen. Ist nur das Nervensystem mit äußerlichen Ausfallserscheinungen betroffen, die einzelne Körperteile in ihrer Funktion beeinträchtigen, wie Lähmungen nach Schlaganfällen, so werden solche Erscheinungen als Krankheit ohne weiteres von der Gesellschaft anerkannt und beachtet.
Handelt es sich aber um psychische Defekte, Intelligenzeinbussen oder Charakteranomalien, dann treten Gruppierungen verschiedener Art auf, die diese Erscheinungen entweder nicht sehen wollen, ihre Auswirkungen übertreiben oder sie ideologisch-politisch einordnen.

Der Umgang mit psychisch auffälligen Menschen fällt schwer. Das war eigentlich viele Jahrhunderte so. Bis zur französischen Revolution galten Geisteskranke als vom Teufel Besessene.
Hexen und Zauberer wurden verbrannt, zumindest eingesperrt, gefesselt, und als Therapie gab es Schläge. Philippe Pinel war 1801 einer der ersten, die bei Irren auf Gehirnerkrankungen wiesen.
Wilhelm Griesinger war es, der 1845 mit seiner Schrift "Die Pathologie und Therapie der psychischen Krankheiten", eigentlich die Grundlage für die Psychiatrie als moderne Wissenschaft schuf. Erst seit rund 150 Jahren sind also psychische Funktionsstörungen als Krankheit anerkannt und werden systematisch erforscht. Die menschliche Gesellschaft hat nach wie vor ihre Schwierigkeiten damit.

Kapitel 4