Warum der Hanf in Vergessenheit geriet.

Als wir dieser Frage nachgingen und recherchierten, stellte sich sehr schnell heraus, dass diese nicht so einfach zu beantworten ist. Wir zitieren an dieser Stelle einen Satz aus Thomas Kesslers "Cannabis Helvetica" und schliessen uns diesem an: "Der Gebrauch sämtlicher psychoaktiver Stoffe (dazu gehören auch Kaffee, Tee, Tabak usw.), werden sie nun Rauschgift oder Genussmittel genannt, kann nur in der Wechselbeziehung gesellschaftlicher, politischer und individueller Prozesse verstanden werden." Nehmen wir als Beispiel Kaffee und Tee, der in Europa bei seiner Einfuhr im 16. und 17. Jhdt. eine Drogenkrise auslöste. Ähnlich der Hanf nur zwei bis drei Jahrhunderte später.

Im Altertum war Hanf weltweit eine der beliebtesten Nutzpflanzen der Menschheit. Wie aber konnte eine Pflanze, die so geschätzt wurde, einfach vergessen werden? Haben die Petrochemiemultis nicht gewusst, was für ein Potential im Hanf liegt, oder die Bauern, haben sie nicht erkannt, welche Erträge ihnen Hanf bieten könnte, mit nur halb so viel Arbeitsaufwand wie bei der Baumwolle? Nein, wir denken, dass mehrere Faktoren gleichzeitig zusammenkamen. In Amerika wurde die Chemiefaser zur gleichen Zeit entdeckt, als das Marihuanasteuergesetz (1937) lanciert wurde. Du Pont, dessen Chemiker damals die Nylonfaser entdeckten und patentieren liessen, war auch im Hanfölgeschäft tätig. Doch mit dem Marihuanasteuergesetz wurde der Hanfanbau zusehends unattraktiver. Gleichzeitig wurde die Entwicklung von Maschinen zur industriellen Hanfverarbeitung vernachlässigt.