Papier
Verschiedene Untersuchungen in den USA und den Niederlanden haben gezeigt, dass die Herstellung unterschiedlichster Papier- und Kartonqualitäten aus Hanffasern möglich ist. Gegenüber der Zellulosegewinnung aus Hart- und Weichhölzern weist der Rohstoff Hanf grundsätzlich einen geringeren Ligningehalt auf (Hanf 10-12%, Holz 30%). Zusätzlich kann der Ligningehalt durch einen optimalen Erntezeitpukt beeinflusst werden.
Der Ligningehalt ist entscheidend für die Wasserbeiastung bei der Papierproduktion. Durch den Einsatz von Hanf könnte der Ligningehalt im Papierrohstoff reduziert werden und gleichzeitig zu weniger Belastung des Abwassers führen, wodurch die Papierherstellung einen Schritt umweltfreundlicher gestaltet werden könnte. Während bei der Verwendung von Hölzern zur Papierherstellung nur ein kleiner Anteil der Biomasse zu Papier verarbeitet wird, kann Hanf als ganze Pflanze der Papierherstellung zugeführt werden, ausserdem wächst die Pflanze jährlich nach.
Noch etwas gibt uns zu denken: Über ein Drittel aller geschlagenen Bäume wurden in den 80er Jahren zu Papier verarbeitet. Der Weltpapierverbrauch steigt stark an (und das trotz PC). Immer noch kommt ein grosser Teil des Bedarfs aus Urwäldern, unter anderem aus dem tropischen Regenwald, den Wäldern Kanadas und Norwegens. Obwohl die Folgen des Kahlschlags für das globale Klima und die Folgen von Monokulturen für die Artenvielfalt bekannt sind, geht dieses "Kettensägenmassaker" unvermindert weiter. Es ist höchste Zeit, jetzt auf Alternativen zurückzugreifen. Hanf liefert auf derselben Fläche viermal soviel Papier wie ein Wald, braucht zur Weiterverarbeitung weniger Chemikalien und Energie als Holz und ergibt haltbareres Papier. Und noch ein Pluspunkt; Hanfpapier kann dank besserer Faserqualität öfters recyclet werden, mehr als doppelt so viel wie Holzpapier.
Leinwand für die Malerei:
Die Bilder von Rembrandt, Van Gogh, Gainsborough und vielen anderen berühmten Künstlern sind auf Hanfleinwand gemalt. Hanf ist eine starke, glänzende Faser, die gegen Hitze, Schimmel und Insekten widerstandsfähig ist. Auf Hanfleinwand gemalte Ölbilder sind über Jahrhunderte hinweg in gutem Zustand erhalten geblieben.
Farben und Lacke:
Jahrtausendelang wurden praktisch alle hochwertigen Farben und Lacke mit Hanföl und Leinöl hergestellt. So wurden zum Beispiel allein in den USA 1935 58'000 Tonnen Hanfsamen nur für Farben und Lacke verbraucht. Marktführend im Hanfölgeschäft war das Chemieunternehmen Du Pont.