Medizin
Die Verwendung von Hanf in der Medizin hat eine tausendjährige Tradition und spielt auch heutzutage in der Volksmedizin einiger Länder noch eine beträchtliche Rolle. Für medizinische Zwecke wird nur das in Blüten und Blättern enthaltene Harz verwendet. Dieses Harz enthält den Wirkstoff THC, ein Cannabinol, das für die leicht berauschende Wirkung verantwortlich ist. Seit 1980 ist synthetisch hergestelltes THC in den USA als klinisch brauchbares Medikament klassifiziert und darf dort in 27 Staaten als erlaubtes Heilmittel vertrieben werden. Folgende Anwendungsgebiete zeichnen sich ab:
Antibiotika: Untersuchungen haben ergeben, dass CBD, ein Cannabinoid, wirksam gegen grampositive Bakterien ist.
Antibrechmittel: Bei der chemischen Krebstherapie leiden viele Patienten unter Nebenwirkungen wie Brechreiz, Übelkeit, Schwindel und Appetitlosigkeit, die durch eine THC-Behandlung bei 70% der Patientinnen und Patienten entweder verschwanden oder sich deutlich verringerten.
Asthma: THC erweitert die Bronchien und ist, da Asthma auf einer Verengung der Atemwege beruht, damit pharmakologisch wirksam.
Augenleiden: THC bewirkt eine Senkung des Augeninnendrucks. Dieser Effekt ist bei der Behandlung des grünen Stars erwünscht.
Epilepsie: THC und CBD erhöhen die Krampfschwelle und entfalten somit antiepileptische Wirkung. Versuche ergaben, dass THC und CBD mindestens so wirksam sind wie die zur Zeit eingesetzten chemischen Medikamente.
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Vor der Entdeckung der Salizylsäure, des Aspirins, war Cannabis das Schmerzmittel Nummer eins. Die Gewinnung von THC und CBD aus den Blättern und Blüten der Pflanze beeinträchtigt eine Faser- oder Samennutzung nicht. Voraussetzung dafür sind allerdings THC-reiche Sorten, wie sie aufgrund internationaler Drogengesetze in der Regel nicht für die Faser- und Samennutzung angebaut werden.