Lebensmittel

Die Tatsache, dass die Lebensmittel im vergangenen Jahrhunderten stets in Hanftücher gewickelt wurden, haben wir jetzt erfahren. Nun kann man aus Hanf aber auch Lebensmittel herstellen. Im Bereich der Ernährung werden die Samen der Pflanze benutzt und in Müsli, Brot, Gebäck, in Saucen und Salaten geröstet oder ungeröstet verwendet. Die Samen enthalten ein öl, das als eines der wertvollsten Speiseöle überhaupt gilt und einen leichten nussigen Geschmack hat. Der hohe Gehalt von Gamma-Linolen-Säure macht Hanföl einzigartig.

Diese besondere Linolen-Säure wird unter anderem bei der Behandlung von Neurodermitis und anderen chronischen Hautkrankheiten eingesetzt. Das dafür verwendete öl der Nachtkerze ist sehr teuer und wird in Kapselform angeboten. Die Einbeziehung von Hanföl in die tägliche Ernährung kann hier eine kostengünstige und wohlschmeckende Alternative bieten. Anmerkung:

Das Hanföl ist jetzt auch in Kapseln erhältlich - aber Vorsicht: auch bei Gammalinolen gilt: Zu viel des Guten ist ungesund und evtl. sogar schädlich. Also: Wohldosiert verwenden. Das heisst 1 bis 2 mal pro Woche. Samen hingegen können täglich genossen werden. Diese sind heute noch Grundnahrungsmittel in manchem Drittweltland.

Je nach Sorte und Anbaugebiet variiert der Anteil Linolsäure im Hanföl zwischen 46-70% und liegt damit im Gütebereich wie Sonnenblumen- und Soyaöl. Für den praktischen Gebrauch günstig ist, dass Hanföl bis zu Temperaturen von -15°C flüssig bleibt. Durch den hohen Anteil der Linolsäure eignet sich Hanföl auch zur Herstellung von Margarinen. In Anbetracht der hohen Speiseölqualität und der extrem hohen Ölerträge pro Hektar, die mehr als doppelt so hoch liegen wie beim Raps, erscheint der Hanfanbau zur Gewinnung von Speiseöl eine höchst interessante Option zu sein.