Wie Du weißt, treten Entzugserscheinungen bei Heroin nach 4-6 Stunden auf. Bei Methadon- und Polamidon-Patienten ist der kritische Punkt irgendwo zwischen 10 und 36 Stunden. Für den Großteil der Leute ist eine Dosis einmal täglich ausreichend. Codein wirkt 8 - 15 Stunden und muss deshalb mehrmals täglich eingenommen werden. LAAM unterdrückt bis zu 72 Stunden Entzugserscheinungen, Buprenorphin wirkt dosisabhängig zwischen 20 und ca. 60 Stunden.
Weil Dein Körper einen Spiegel entwickelt hat, reagiert er mit Entzugserscheinungen, wenn die Menge der Droge unter ein bestimmtes Level gesunken ist.
Jedes Organ von Dir gewöhnt sich an das Substitutionsmittel und funktioniert nur noch mit der Droge. Wenn Du also aufhörst, Methadon oder ein anderes Substitutionsmittel zu nehmen, braucht der Körper eine gewisse Zeit, um den Mangel zu bemerken. Danach leidest Du an Entzugserscheinungen, die das genaue Gegenteil von der Einnahme bewirken:
- hohe Temperatur aber gleichzeitig Kältegefühl mit Gänsehaut und Schweißausbrüchen
- Krankheitsgefühl
- Rastlosigkeit und Aggressionsschübe
- eingeschlafene Hände und Füsse
- laufende Augen und Nase
- Muskelschmerzen
- Knochenschmerzen
- Übelkeit
- Gähnen und Niesen
Methadon, Polamidon und LAAM sind sehr lang wirkende Drogen, und das ist auch der Grund, warum die Entzugserscheinungen wesentlich stärker und länger anhaltend sind als beim Heroin.
Beim Buprenorphin sind Entzugserscheinungen weniger schlimm, hierbei wird eher die fehlende psychotrope Wirkung bemerkt.
Wenn das Substitutionsmittel erstmal aus dem Körper ist, dauert es genauso lang wie beim Heroin, bevor Du Dich komplett erholt hast. Das hängt mit dem Überschuss eines chemischen Stoffes zusammen, der Adrenalin genannt wird. Opiate bremsen die Produktion von Adrenalin.
Nach diesem sogenannten Adrenalinstoß hat der Körper ca. 8 Monate sehr wenig Adrenalin. Deshalb leiden Aussteiger oft noch monatelang unter Schlaflosigkeit, Frieren und ähnlichen Symptomen.