Arbeit
Der (Wieder-)Einstieg in eine Arbeit oder Berufsausbildung ist ein häufiges und schwieriges Thema für Substituierte. Lücken im Lebenslauf, fehlende oder abgebrochene Ausbildungen und allgemein die schlechte Arbeitsmarktlage reduzieren die Chancen, eine geeignete Arbeit zu finden, die auch noch Spaß macht und zur persönlichen Entwicklung beiträgt. Weitere Faktoren, die die Beschäftigungsaufnahme behindern, sind unter anderem der tägliche Gang in die Arztpraxis, Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit z. B. durch HIV-Infektion oder chronische Hepatitis, fehlende Arbeitserfahrungen bzw. -routine, ein mangelndes Selbstvertrauen bzw. eine unrealistische Einschätzung der beruflichen Fähigkeiten und hohe Verschuldung.
Auch wenn die Situation für Dich nicht allzu rosig aussieht, kannst Du passende Beschäftigungsmöglichkeiten für Dich finden. Wichtig ist in jedem Fall, dass Du von Dir aus aktiv wirst!
Nun einige Tipps für Dein weiteres Vorgehen:
* Arbeitsberatungsstellen können Dich in Deiner Zukunftsplanung unterstützen und Dir Infos über laufende Beschäftigungsprogramme, Ausbildungs-, Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen geben. (Anm. des webmaster: dieser und nächter Absatz gilt nur für Berlin) Anlaufstellen sind Lift, Tel. 789 02 555, BBJ (für Leute bis 27 Jahre) Tel. 399 980, die Konflikt- und Bildungsberatung, Tel. 282 67 50, Substituierte Frauen können sich bei ABO (Arbeit-Bildung-Orientierung), BOA e. V. (Tel. 392 70 20) beraten lassen. Außerdem werden dort verschiedene Qualifizierungskurse, z. B. Computerkurse mit der Möglichkeit, einen EDV-Anwenderpass zu machen, angeboten.
* HIV-positive Frauen und Männer erhalten Informationen, Beratung und Unterstützung in Fragen des Berufslebens, der Existenzsicherung und aktiver Zukunftsgestaltung bei Zukunft positiv (einem Projekt von kursiv e. V/Schwulenberatung). Hier werden auch eine Gesprächsgruppe, Einzelbegleitung und Orientierungs- und Qualifizierungsseminare angeboten. Tel. 32707070.
* Wenn Du Sozialhilfe kriegst, kannst Du Dich selbst auf die Suche nach einer gemeinnützigen Einrichtung machen, die Dich 40 - 60 Stunden im Monat beschäftigen kann. Du erhältst dafür vom Sozialamt 3 DM pro Stunde zusätzlich zur Sozialhilfe. Eine mehrmonatige gemeinnützige Tätigkeit gilt als "Arbeitserprobung" und schafft die Voraussetzung dafür, dass das Sozialamt Dir unter Umständen für wenigstens ein Jahr eine richtige Arbeitsstelle in einer gemeinnützigen Einrichtung finanziert.
* In mehreren Bezirken gibt es Jobbörsen (Anm. des webmaster: dieser und nächter Absatz gilt nur für Berlin) (Charlottenburg Tel. 88 68 21 76, Spandau Tel. 35139258, Tiergarten Tel. 39789156, Kreuzberg Tel. 6159291, Prenzlauer Berg Tel. 4286120). Hier werden meist handwerkliche Arbeiten vermittelt.
* Statt einer Geldstrafe kannst Du gemeinnützige Arbeit leisten. Die Staatsanwaltschaft stellt Dir eine Liste der Beschäftigungsstellen zur Verfügung. Eine Einsatzstelle ist der Treffpunkt Druckausgleich, Graefestr. 18, Tel. 6927899, wo Du am Cafetresen oder beim Spritzenschachtel-Packen eingesetzt werden kannst. Da die Nachfrage groß ist, musst Du mit Wartezeiten rechnen.
Weitere Anlaufstellen: Freie Hilfe Berlin e. V, Tel. 4496742 oder 2385472 und die Zentrale Beratungsstelle für Straffälligenhilfe Berlin e. V, Tel. 8647130.
* Wenn Du früher schon einmal gearbeitet hast, kannst Du bei Deinen früheren Arbeitgebern nachfragen, ob sie Dich wieder einstellen würden. Wenn Du schon längere Zeit Sozialhilfe- oder Arbeitslosenhilfe-Empfänger bist, kann Dein Arbeitgeber bis zu 80 Prozent Zuschuss für das erste Beschäftigungsjahr erhalten.