Sie sind nicht allein II Elternkreise
Zu wissen, daß man nicht der einzige auf der Welt ist, der ein Kind oder einen Angehörigen mit Suchtproblemen hat, kann viel bedeuten.
Zu spüren, daß man mit Menschen spricht, die die Angst und Sorge nicht nur verstehen, sondern mitfühlen und aus eigener Erfahrung kennen, kann Erleichterung und Beruhigung bringen.
Deshalb ist der Weg in einen "Elternkreis drogengefährdeter und drogenabhängiger Jugendlicher" für viele Eltern zunächst leichter als in eine Beratungsstelle. Solche Selbsthilfegruppen gibt es ebenfalls in vielen großen und kleineren Städten.
Elternkreise dienen dem gegenseitigen Austausch von guten wie schlechten Erfahrungen im Kampf gegen die Abhängigkeit der Kinder.
Allein dadurch bieten sie schon eine große seelische Entlastung. Einmal offen und ehrlich über alles reden zu können, ohne die Gefahr, sich verständnislosen oder anklagenden Bemerkungen auszusetzen, tut gut.
Zudem eröffnet es die Möglichkeit, von anderen zu lernen, sich selbst in Frage zu stellen, Fehler im eigenen Verhalten zu korrigieren.
Wer wissen möchte, ob es auch in seiner Stadt einen Elternkreis gibt, wendet sich an den Bundesverband der Elternkreise drogengefährdeter und drogenabhängiger Jugendlicher (Geschäftsstelle),
Westring 2,
59065 Hamm
(telefonisch zu erreichen unter der Nummer der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e. V., Tel. 02381/901 50).Selbsthilfegruppen
Neben den Beratungsstellen und Elternkreisen gibt es eine Reihe von Selbsthilfegruppen, in denen sich Menschen, die Suchtmittel gebrauchen oder gebraucht haben, treffen.
Ziel dieser Gruppen ist es, sich durch gegenseitige Hilfe dabei zu unterstützen, von dem jeweiligen Suchtmittel loszukommen. Zum Teil werden entsprechende Gruppen von professionellen Beratern begleitet.
Sie schalten sich dann ein, wenn die Gruppe allein nicht mehr weiterkommt und nach weitergehender Unterstützung verlangt.
Für fast jede Form von Suchtverhalten gibt es eigene Gruppen. Obwohl jede Lebens- und Suchtgeschichte anders ist, verbinden gerade die ähnlichen Erfahrungen mit einem bestimmten Suchtmittel die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe. Ihre Sucht ist hier nichts Besonderes, sondern bildet einen "gemeinsamen Nenner". Gerade das, was die Betroffenen überall zum Außenseiter machte, verbindet hier. Vor allem aber verbindet das gemeinsame Ziel:
ein Leben ohne Suchtmittel.Welche Selbsthilfegruppen es in einer Stadt gibt, erfährt man z. B. über örtliche "Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen"
oder bei der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS).
Albrecht-Achilles-Straße 65,
10709Berlin. Tel.030/8914019.
Für einige Formen von Suchterkrankungen gibt es auch schon bundesweite Dachverbände, die gerne mit Informationsmaterial sowie Auskünften über lokale Gruppen weiterhelfen:
AI-Anon Familiengruppen. Gruppen für Angehörige und Jugendliche,
Emilienstraße 4,
45128 Essen,
Tel. 02 01/77 30 07Anonyme Alkoholiker Deutschland.
Postfach 46 02 27,
80910 München,
Tel. 089/3 16 43 43Anonyme Eßsüchtige Deutschland.
Postfach 106206,
28062 Bremen,
Tel. 0421/32 72 24Anonyme Spieler Deutschland.
Eilbeker Weg 20,
22089 Hamburg,
Tel. 040/2 09 90 09/19Blaues Kreuz in Deutschland e.V.
Freiligrathstraße 27,
42289 Wuppertal, Tel. 02 02/62 00 30Kreuzbund e.V. - Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke.
Münsterstraße 25,
59065 Hamm,
Tel.02381/672720Malteser-Telefon
Auskunft über Selbsthilfegruppen, Hilfsorganisationen und Beratungsstellen,
Tel. 0221/341011Deutscher Guttemplerorden
(I.O.G.T.). Adenauerallee 45,
20097 Hamburg,
Tel. 040/245880