Zum Selbstverständnis des akzept Landesverband Bremen e.V.
Im Landesverband Bremen haben sich seit 1995 vier Aids- und Drogenhilfe Organisationen (Aids Hilfe Bremen e.V., Kommunale Drogenpolitik / Verein für akzeptierende Drogenarbeit e.V., Drogenhilfe Bremen gem.GmbH , DROBEL e.V.) und ca. 30 engagierte Einzelpersonen zusammengeschlossen.
Unsere Zielsetzung ist es, Veränderungen in der Drogenpolitik zu bewirken und notwendige Ergänzungen des bestehenden Hilfesystems einzufordern und durchzusetzen.
Aufgrund unserer Erfahrung halten wir es für schädlich, bestimmte Substanzen für illegal zu erklären und somit deren Gebraucherinnen zu kriminalisieren. Die tagtägliche Arbeit und Konfrontation mit Drogenkonsumentinnen und ihrem Alltag zeigt uns, daß die Kriminalisierung erst die Probleme schafft, welche sie zu lösen vorgibt. Es entsteht ein Teufelskreis zwischen dem Gebrauch illegaler Drogen, der daraus resultierenden strafrechtlichen Verfolgung bis hin zur Inhaftierung, dem Verlust von Wohnraum, dem Abbruch familiärer und freundschaftlicher Kontakte und gesundheitlicher Verelendung. Abszesse und Infektionen entstehen durch den unreinen Stoff, der auf dem Schwarzmarkt verkauft wird. Hepatitis und HIV-Infektion werden unter anderem durch gemeinsames Benutzen von Spritzbesteck übertragen, was häufig im Szenestress oder in der ungenügenden Verfügbarkeit von sterilem Spritzbesteck (insbesondere in den Justizvollzugsanstalten !!) begründet ist. Hinzu kommt der Zwang, sich die Droge zu überteuerten Preisen illegal beschaffen zu müssen, d.h. Finanzierung durch Prostitution, Betteln, Diebstahl, Einbruch oder Zwischenhandel von Drogen.