AKTION:

Unser Weihnachtspäckchen für die Knackis

Jedermann weiß: Illegale Drogen sind im Knast!
Niemand weiß: Warum keine legalen Spritzbestecke?

Am Samstag. den l9.12. um 15.00 Uhr
Ecke "Am Fuchsberg / Oslebshouser Heerstraße"

Obschon seit Anfang der 80er Jahre bekannt, führte das hohe HIV-Übertragungsrisiko für Drogengebraucherinnen beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbestecken - dem sogenannten "Needle-sharing" kaum zu spezifischen Präventionsmaßnahmen in den Strafvollzugsanstalten.
Dabei ist das offensichtliche Drogenproblem im Vollzug auch in der Justiz zur Kenntnis genommen worden. So wurde und wird einerseits die Menge und die Art der Drogen, die hinter Gittern zugänglich sind, heruntergeredet, so wurde und wird andererseits noch immer vertröstet wenn es um Infektionsprophylaxemaßnahmen wie z.B. der Spritzenvergabe im Knast geht: erst sollten Modellversuche gestartet werden deren Ergebnisse dann abzuwarten sind, dann müssen die Beamten vor Ort geschult werden und und und...
Alle Vorgaben wurden erfüllt, doch in zahlreichen Gesprächsrunden zwischen Drogenhilfevertretern und Justiz Verantwortlichen hat sich herauskristalisiert, daß die geforderten Vergabe von Einwegspritzen zur HIV-Prävention mit dem hohen Symbolwert des Spritzenverbots für die herrschende Drogenpolitik kollidiert.
Das hilft den Gefangenen auch nicht weiter und das verbannt auch Drogen nicht aus dem Knast. Denn demnach stünde die symbolische (nicht die reale, die ja offenbar nicht durchsetzbar ist) Drogenfreiheit des Strafvollzuges über dem Infektionsschutz - und damit dem Recht auf Leben - der Gefangenen.
Nach Untersuchungen im Auftrag des BMG waren 13% der intravenös konsumierenden DrogengebraucherIinnen, die bislang nicht in Haft waren, HIV-positiv, aber 24% derjenigen mit Knasterfahrung und 32% derjenigen, die angaben, im Knast gefixt zu haben.
Auch die Modellversuche in den niedersächsischen Justizvollzugsanstalten Vechta und Lingen haben bewiesen daß es auch anders geht. Nur in Bremen bewegt sich weiterhin nichts.

Wir schicken deshalb per Luftballons symbolisch die notwendigen Utensilien in den Knast und fordern den Bremer Justizsenator auf endlich die Realität zu akzeptieren und die notwendigen Maßnahmen zu veranlassen.

Weitere Informationen erhalten Sie am Treffpunkt oder unter Telefon:
tagsüber: 69 28 7-27